Flavonoide im Apfel

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe und von daher in allen Pflanzensorten vertreten. Als Blütenfarbstoffe locken sie Insekten wie Bienen und Hummeln an, die für die Fortpflanzung von Blumen und Bäumen unerlässlich sind. Vor allem Blüten aus den Farbspektren Orange, Rot und Blau sind häufig reich an Flavonoiden, im Gegensatz zu den meisten gelben Blüten. Flavonoide ziehen aber nicht nur Insekten an, sondern schrecken auch andere Tierarten ab. Sie sorgen dafür, dass Pflanzen eine Farbe annehmen, die auf pflanzenfressende Tiere eher unappetitlich wirkt.

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Flavonoide – Wissenswertes & Informationen

Die Flavanoide zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Dies sind bestimmte chemische Verbindungen, die von Pflanzen weder durch ihren Energiestoffwechsel noch durch ihren Pflanzenstoffwechsel hergestellt werden. Chemisch gehören sie zu den Polyphenolen. Den Flavonoiden werden durch die enthaltenen Substanzen bestimmte gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben.

In den 1930ern wurde der Nobelpreisträger Albert Szent-Györgyi Nagyrapolt auf die Flavonoide aufmerksam und bezeichnete sie zunächst als Vitamin P, wobei das „P“ für Permeabilitätsfaktor – Durchgängigkeit – steht. Dennoch ändere man bald die Bezeichnung in Flavonoide um. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort für „flavus“ = gelb ab. Dies ist der Tatsache zuzuschreiben, dass die meisten dieser Substanzen in ihrer reinen Form eine gelbliche Färbung aufweisen. Mittlerweile gibt es circa 6500 bekannte Verbindungen, in denen Flavonoide vorkommen. Sie werden je nach Grundstruktur in verschiedene Gruppen eingeteilt.

Der Name Flavonoide wird häufig als Sammelbegriff für eine große Gruppe an natürlichen Farbstoffen verwendet. Diese Farbstoffe kommen an den Randschichten von fast allen Obst- und Gemüsesorten vor, aber auch viele Nuss- und Getreidearten, Teesorten oder Kakao enthalten Flavonoide. Der natürliche Pflanzenfarbstoff sorgt für die violette Farbe von Auberginen, den Rotton der Kirschen oder die Gelbfärbung von Aprikosen. Mit dieser Einfärbung setzt die Pflanze gezielt Flavonoide ein, um Insekten anzulocken. Des Weiteren erfüllt der Pflanzenstoff eine Abwehrfunktion, da schädliche Pilze wie auch Schnecken durch den bitteren Geschmack erfolgreich fern gehalten werden.

Durch die Flavonoide werden die Pflanzen von äußeren Umwelteinflüssen geschützt. Im menschlichen Körper können sie das Risiko für bestimmte Krankheiten vermindern. Die Flavonoide haben, wie auch die Carotinoide, die Fähigkeit, „freie Radikale“ im Körper unschädlich zu machen. Durch die freien Radikale kann es im Organismus zu aggressiven Sauerstoffverbindungen kommen, die Krebs hervorrufen können. Durch den gezielten Einsatz der unterschiedlichen Flavonoiden-Typen kann somit das Risiko, an Krebs zu erkranken, gesenkt werden. Daneben besitzen sie auch eine positive Wirkung auf den Blutdruck und hemmen das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen.

Flavonoide Struktur

Die Flavonoide stellen innerhalb der Gruppe der Polyphenole eine große Strukturvielfalt dar. Man hat mittlerweile um die 6500 unterschiedlichen Verbindungen nachgewiesen, die je nach Grundstruktur in mehrere Gruppen unterteilt werden.

Die Einteilung erfolgt in:

  • Flavone
  • Flavonole
  • Flavanole
  • Flavanone
  • Flavanonole
  • Isoflavone
  • Anthocyanidine

In der Literatur finden sich jedoch unterschiedliche Einteilungen. Teilweise werden unter den Flavonoiden nur die Flavone und die Flavonole einschließlich ihrer 2,3-Dihydroderivate verstanden.

Flavonoide bestehen grundlegend aus zwei aromatischen und einem O-heterozyklischen Kohlenstoffring. Anhand der strukturellen Unterschiede des O-heterozyklischen Kohlenstoffrings gibt es eine Einteilung in sechs verschiedene Gruppen. Doch dieses Gerüst, ähnlich einem Zaun, kann stark modifiziert werden weshalb eine große Vielzahl an Flavonoiden resultiert.

Alle Flavonoide haben ein C15-Grundgerüst (C6-C3-C6-Gerüst) und Derivate von Phenylpropran. Der Grundkörper, 2-Phenylchroman, das auch als Flavan bezeichnet wird, leitet sich vom Chroman ab, das selbst auch als Grundgerüst einer Reihe von Naturstoffen vorkommt. Die meisten Verbindungen besitzen einen 2- oder 3-ständigen Phenylrest und werden dahergehend als Flavonoide oder Isoflavonoide bezeichnet. Die einzelnen Flavonoid-Typen werden nun nach dem Oxidationsgrad an den Kohlenstoffatomen C-2, C-3 und C-4 unterschieden. Die 2,3-Dihydro-Verbindungen werden als „Flavan“ bezeichnet, und jene mit einer ?2-Doppelbindung als „Flavon“.

Durch die unterschiedlichen Oxidationsgrade des sauerstoffhalten Rings ergeben sich weitere Grundverbindungen. Die Flavan-3-ole werden auch als Catechine bezeichnet und sind farblos. Sie bilden die Grundsubstanz für eine Reihe von oligo- oder polymeren Gerbstoffen. Flavan-3,4-diol wird auch Leukoanthocyanidin und Flavyliumsalze Anthocyanidin genannt.

Die Flavonoide gehen oft lösliche Verbindungen mit Zucker ein und kommen daher als Glykosoide im Zellsaft der Pflanze vor. Der Name des entsprechenden Flavonoids kommt dadurch zustanden, indem der Pflanzenname der Pflanze abgeleitet wird, bei der die Verbindung das erste Mal entdeckt wurde. Daher entstand eine große und verwirrende Anzahl an den unterschiedlichsten Bezeichnungen. Zuckerfreie Strukturen werden als Aglyka benannt und tragen oft die Endsilbe –genin am Ende des Namens. Ein Beispiel gibt somit das Aglykon des Naringins: Es ergibt sich das Wort Naringenin für ein Flavon der Zitrusfrüchte.

Flavonoide Wirkung

Wie alle anderen Polyphenole haben auch Flavonoide hochwirksame Antioxidanzien. Das bedeutet, dass sie „freie Radikale“ im Körper binden. Diese freien Radikale sind sehr reaktive Verbindungen und entstehen beispielsweise durch die UV-Strahlung der Sonne. Bevor diese Radikale eine Schädigung von DNA, Proteinen oder Lipiden hervorrufen können, können Flavonoide diese hochreaktiven Sauerstoff- und Stickstoffmolekülen inaktivieren und somit die oxidative Wirkung verhindern. In der Nahrung haben neben Flavonoiden auch die Vitamine C und E sehr viel von diesen antioxidativen Inhaltsstoffen.

Zur Feststellung der Wirksamkeit von Flavonoiden wurden in vivo und in vitro Versuche vorgenommen. Dabei zeigte sich, dass die Wirkung dieser Stoffe von ihrer chemischen Struktur abhängt und zahlreiche Flavonoide die Krebsentstehung vermindern. Dabei liegt der antikanzerogenen Wirkung nicht ausschließlich das antioxidative Verhalten zugrunde, sondern auch Mechanismen zur Hemmung von Phase-I- und Phase-II-Enzymen sowie die direkte Wechselwirkung mit der DNA. Die Hemmung der Kanzerogenese erfolgt vor allem für Magen-, Darm- und Brustkrebs-Erkrankungen.

Des Weiteren haben Flavonoide eine antimikrobielle Wirkung. Grüner Tee enthält beispielsweise den Inhaltsstoff Epiallocatechin, der diese spezielle Wirkung im menschlichen Organismus entfaltet. Daneben werden Flavonoiden auch eine antivirale Wirkung zugeschrieben. Dieser Zusammenhang wurde für den Stoff Tannine aus Beerenextrakten hergestellt. Als Grund für die antivirale Reaktion wird eine entgegengesetzte elektrostatische Ladung von Gerbsäuren und Virushüllen vermutet.

Als weitere Wirkung dieser speziellen Polyphenole gilt die Enzündungshemmung und Immunsuppression, sodass beispielsweise das Wachstum von Lymphozyten, zytoxische T-Lymphozyten und die Synthese von Prostaglandinen aus der Arachidonsäure reduziert werden. Auch auf das Herz-Kreislauf-System wirken Flavonoide fördernd, da sie den Blutdruck in einem bestimmten Umfang ausgleichen können und die Thrombosegefahr senken.

Da das Wissen über die Flavonoide noch relativ jung ist, ist die positive Wirkung dieser Stoffe noch nicht vollständig nachgewiesen. Sie zeigten in den vorgenommenen Untersuchungen keine Schädigung für den Menschen. Dennoch gibt es bis jetzt noch kein gesichertes Wissen über die Pflanzenstoffe im Körper als Nahrungskomponente. Trotzdem werden flavonoidhaltige Arzneimittel insbesondere als Venenmittel, Herz-Kreislauf-Mittel, Diuretika, Spasmolytika bei Magen-Darm-Beschwerden oder als Lebertherapeutika eingesetzt.

Vorkommen der Flavonoide

Flavonoide stellen eine Gruppe von Pigmenten dar, die die Färbung von Früchten und Blüten hervorrufen. Deshalb kommen sie in sehr vielen Pflanzenarten vor. Für den Menschen sind natürlich die Obst- und Gemüsesorten, die einen besonders hohen Gehalt an diesem Nährstoff aufweisen, interessant.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass in den Lebensmitteln die Konzentration an Flavonoiden stark voneinander abweichen kann. Bei Freilandpflanzen ist beispielsweise der Flavonoidgehalt höher als bei Pflanzen aus dem Gewächshaus. Des Weiteren hat ein geschälter Apel einen geringeren Gehalt als ein ungeschälter Apfel, da die Flavonoide vor allem in der Schale enthalten sind. Eine Tomate oder Weißwein haben hingegen einen deutlichen geringeren Anteil als ein geschälter Apfel.

Als sehr gute Flavonoid-Lieferanten mit einem sehr hohen Gehalt gelten Grünkohl, Broccoli, Zwiebeln, Sellerie und Äpfel. Anthocyane, dass sind die roten und blauen flavonoiden Pflanzenfarbstoffe, sind vor allem in Früchten und Beeren, wie Holunder, Heidelbeeren oder schwarzen Johannisbeeren enthalten. Bestimmte Nüsse und Getreidesorten, beispielsweise Gerste, Walnüsse und Pekannüsse, enthalten ebenfalls eine hohe Konzentration dieses wertvollen Stoffes.

Die Flavonoide kommen in den Lebensmitteln in unterschiedlichen Verbindungen vor:

  • Flavanole finden sich vor allem in Rotwein, Äpfeln, Pfirsichen, Aprikosen, Weißdorn, Mossbeeren und grünem Tee.
  • Flavanon-Lieferanten sind Grapefruits, Zitronen und Orangen.
  • Flavone enthalten beispielsweise Gemüsesorten wie Sellerie, Ginkgo, grüne Oliven und Paprika.
  • Flavonole sind als Verbindung in Zwiebeln, Holunderblüten, Tomaten, Preiselbeeren, Schnittlauch, Weißdorn, Grünkohl und Endivien enthalten.
  • Isoflavone sind vor allem in Sojabohnen und Hauhechel nachweisbar.

Zu den Vorkommen und der Verarbeitung von Flavonoiden ist es erwähnenswert, dass der Gehalt in Salaten bei der Ernte im Herbst bis zu fünfmal höher sein kann als im Frühjahr. Außerdem beträgt die Konzentration dieses sekundären Inhaltsstoffes bei frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln etwa 50% mehr als bei verarbeiteter Nahrung. Durch längeres Lagern nimmt der Flavonoidgehalt bei Obst und Gemüse übrigens kontinuierlich ab, da die enthaltenen Phenolsäuren oxidationsempfindlich sind und das einfallende Licht und der Sauerstoff diese Substanzen zerstören.

Flavonoide Milch

Gemäß wissenschaftlicher Studien von italienischen Forschern macht Milch die positive Wirkung von Flavonoiden zunichte. Die italienischen Wissenschaftler überprüften von Probanden die Blutwerte nachdem sie entweder dunkle Schokolade oder Milchschokolade gegessen hatten.

Die Auswertung ergab, dass bei Testpersonen, die dunkle Schokolade aßen,  eine erhöhte Konzentration der schützenden Flavonoide Epicatechin und anderer Antioxidantien im Blut enthalten waren. Im Gegensatz dazu war bei den Probanden, die Milchschokolade bekommen hatten, praktisch kein Einfluss auf die körpereigenen Antioxidantien feststellbar.

Im weiteren Versuch wurde auch der Einfluss durch ein Glas Milch untersucht. Tranken die Testpersonen ein Glas Milch nach dem Verzehr der Bitterschokolade, so wurde der positive Effekt der Flavonoide ebenfalls aufgehoben.

Eine genaue Erklärung für diese Auswirkung von Milch ist noch nicht gefunden worden. Nach Ansicht der beteiligten Wissenschaftler bilden sich zwischen den Flavonoiden aus der Schokolade und bestimmten Milchproteinen ein oder mehrere Komplexe aus, die nicht in die Blutbahn aufgenommen werden und daher vom Körper nicht verwertet werden können. Ob andere Lebensmittel einen ähnlichen Effekt auf Flavonoide haben, ist hingegen noch nicht bekannt.

Welche Inhaltsstoffe genau diese Komplexbildner sind, wurde noch nicht festgestellt. Milch enthält neben den verschiedenen Proteinen zu ca. 85% Wasser, 4% Kohlenhydrate, Vitamine und Spurenelemente. Die genaue Zusammensetzung richtet sich danach, von welcher Tierart die Milch stammt. Daneben haben auch Faktoren wie die Fütterung, Haltung, Laktationszeit sowie der Gesundheitszustand der Tiere einen entscheidenden Effekt auf die Zusammensetzung der Milch.

Um den positiven Effekt auf die eigene Gesundheit beizubehalten, sollte daher schwarzer Tee oder Kakao nicht mit Milch getrunken werden. Durch Milch in der Schokolade wird die antioxidative Wirkung der enthaltenen Flavonoide unterbunden, sodass der positiv Effekt nur gering ausfällt. Somit hat nur schwarze, dunkle Schokolade ohne Milchanteile die antioxidativen Eigenschaften, die blutdrucksenkend wirken.

Andere Studien haben hingegen bereits das Ergebnis widerlegt. Demnach beeinträchtigt die Zugabe von Milch zu schwarzem Tee oder Kakao weder die Absorption der Flavone noch die der Flavanole.

Flavonoide Tee

Vor allem grünem und schwarzem Tee wird eine positive Wirkung zugeschrieben. Dies liegt unter anderem an der hohen Konzentration von Flavonoiden und deren Verbindungen in den Aufgüssen.

Für den Tee bedeutend sind vor die Catechine und Flavonolglykoside, in Verbindung mit schwarzem Tee sollten unbedingt Begriffe wie Theaflavine und Thearubigine erwähnt werden. Die beiden letzten Bezeichnungen entstehen während der Fermentation aus den Catechinen und verleihen dem schwarzen Tee die orangerote Farbe.

Die Catechine werden jedoch nicht vollständig zu diesen Produkten umgesetzt, jedoch in schwarzem Tee in der Regel in höheren Mengen als in grünem Tee. Ein grüner Tee ist jedoch nicht allein an dem erhöhten Catechingehalt erkennbar.

Die im Tee enthaltenen Polyphenole haben unterschiedliche Wirkungsweisen:

  • Theaflavine wirken antikanzerogen, und haben eine antioxidative kardioprotective Wirkung
  • Catechine (Flavanole) sind ebenfalls antikanzerogen und antioxidativ
  • Catechinen wird eine Antikarieswirkung nachgesagt
  • Flavonole besitzen eine kardioprotective Wirkung

Die positiven Effekte auf koronare Herzerkrankungen basiert ebenfalls auf der antioxidativen Mechanismen, hervorgerufen durch die Flavonoide im Tee. Durch die Verhinderung der Oxidation von bestimmten Komplexen, z.B. LDL, wird unter anderem vor Herzinfarkten geschützt.
Die Anitikarieswirkung liegt an der Hemmung bestimmter Enzyme, die zur Plaquebildung benötigt werden. Daneben trägt auch der relativ hohe Fluoridgehalt zum Kariesschutz bei.
Das vor allem im grünen Tee enthaltene Flavonoid Epigallocatechin-Gallat (EGCG) kann sich gezielt an Krebszellen anheften und dadurch das Wachstum bremsen. Dies wurde in Studien zu Lungenkrebs von japanischen Forschern nachgewiesen. Dabei tritt dieser Effekt bereits bei dem Genuss von zwei bis drei Tassen grünen Tees täglich auf.

Durch die im schwarzen und grünen Tee enthaltenen Flavonoide ergibt sich somit ein positiver Effekt auf die Gesundheit. Durch die zugesprochene antikanzerogene, antikariogene und kardioprotective Wirkung ist der Tee definitiv empfehlenswert. Um weitere Effekte festzustellen und die Forschungsergebnisse zu untermauern, sind jedoch weitere wissenschaftliche Studien notwendig. Doch sollte man den Tee nicht nur wegen den stärkenden und heilenden Wirkung trinken, sondern auch den großen Genusswert, der zum Wohlbefinden beiträgt, wertschätzen.

Flavonoide Schokolade

Schokolade zählt zu den Lebens- und Genussmitteln. Sie wird aus Kakaobohnen gemacht und in unterschiedlichen Formen angeboten. Die geschichtliche Entwicklung der Schokolade begann bereits im 12. Jahrhundert: Die Azteken unterwarfen damals die Tolteken und übernahmen ihre Kakaokultur. Für sie war die Kakaobohne so wertvoll, dass sie sie sogar als Zahlungsmittel verwendeten. Mit kaltem Wasser und Kakaogrieß zubereitet, entwickelten sie den ungesüßten Vorläufer der heutigen Schokolade, dass „Xocolatl“ (herbes Wasser).

Die Schokolade kommt in einer fast unüberschaubaren Qualitäts-, Formen- und Sortenvielalt im Handel vor. Dennoch gibt es eine grobe Einteilung der Schokolade:

  • Bitterschokolade
  • Milchschokolade
  • Weiße Schokolade

Die Bitterschokolade, auch Zartbitter-, Edel- oder Herrenschokolade genannt, wird ohne Zusatz von Milch hergestellt. Sie hat einen durchschnittlichen Kakaoanteil von 90%.  

Um Milchschokolade, auch Alpenmilch- oder Vollmilchschokolade genannt, herzustellen, wird der Schokolade Milch bzw. Milchprodukte hinzugefügt. Dadurch erhält sie einen süßeren Geschmack als Bitterschokolade.

Die weiße Schokolade enthält keine Kakaobestandteile. Sie wird ausschließlich aus Kakaobutter hergestellt und mit Zucker und Milch vermengt.

Schokolade ist laut Forschern durch den hohen Gehalt der antioxidativen Flavonoide sehr gesund und beugt beispielsweise Erkrankungen des Herzkreislaufsystems vor. Durch die Zugabe von Milch wird diesem positiven Effekt jedoch entgegengewirkt und größtenteils aufgehoben. Deshalb ist nur die dunkle Bitterschokolade wirklich gesund.

Der Flavonoidgehalt bei Bitterschokolade ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich und ist nicht immer mit dem Kakaogehalt assoziiert. Außerdem hängt der Gehalt auch von dem jeweiligen Herstellungsverfahren ab, da ein großer Teil der Flavonoide während dieses Vorgangs verloren geht.

Ein Stück dunkle Schokolade ist bereits ein guter Flavonoid-Lieferant. Studien ergaben, dass bereits 6,3 g jeden Tag über 18 Wochen den systolischen und diastolischen Blutdruck signifikant senken. Durch diesen positiven Effekt kommt es zu einer Verminderung des Schlaganfallrisikos und dem Risiko, an koronaren Herzerkrankungen zu erkranken. Jedoch sollte stets auf die richtige Menge geachtet werden. Das Hauptproblem beim Verzehr der Schokolade liegt im Gehalt an Kalorien, Fetten und Zucker und kann bei übermäßigen Genuss den gegenteiligen Effekt bewirken.

Nicht zu vergessen ist natürlich regelmäßiger Sport der sich noch immer am positivsten auf die Gesundheit auswirkt. Das sollte man auch den Kleinen schon vorleben. Gehen Sie doch einfach regelmäßig mit Ihren Kindern spazieren. Wenn den Kids das zu langweilig ist, machen Sie doch beispielsweise mal einen Ausflug mit einem Berg Kettcar,  dann kann man sich danach auch ein großes Stück Schokolade gönnen.

Flavonoide Rotwein

Rote Trauben haben einen besonders hohen Gehalt an Polyphenolen. Dazu gehören natürlich auch die Flavonoide. Und da Rotwein aus roten Trauben hergestellt wird, ist es nicht verwunderlich, dass auch Rotwein einen sehr viel Flavonoide enthält.

Die im Rotwein enthaltenen Phenole verleihen ihm nicht nur sein charakteristisches herbes Aroma, sondern sorgen auch für den guten Ruf dieses Genussmittels. Der Rotwein enthält flavonoide Verbindungen, wie beispielsweise Flavone, Anthocyane, Tannine und Catechine in großen Mengen. Sie sind vor allem in den Schalen der Weinbeere, den Kernen und Stielen konzentriert enthalten. Durch geeignete Techniken in der Weinherstellung kann die Menge der Flavonoide gesteuert werden. Ein zu hoher Anteil im Weißwein oder Schaumwein ist jedoch unerwünscht. Daher ist verfügt auch der Rotwein über einen höheren Flavonoidgehalt.

Im Zusammenhang mit den positiven Effekten auf den Menschen wird Rotwein für das Phänomen des Französischen Paradox verantwortlich gemacht. Darunter wird die Tatsache verstanden, dass Franzosen trotz des Alkoholkonsums von Rotwein länger leben, als beispielsweise Deutsche oder Amerikaner. Studien zeigten auch, dass der Alterungsprozess weniger stark ausgeprägt sei, als bei anderen Bevölkerungsgruppen. Nach Aussage der Forscher ist das Rotwein-Trinken trotz Alkoholgehalt für den Menschen gesund.

Viele Ärzte empfehlen deshalb zum Essen ein Glas Wein, vor allem für Patienten mit einer Neigung zu Herzkreislauferkrankungen. Dies liegt daran, dass die Flavonoide zu einer Senkung des kardiovaskulären Risikos, also dem Risiko an einem Herzinfarkt zu erkranken, vor allem bei Männern führen.
Jedoch sollte bei dem täglichen Glas Rotwein nicht übertrieben werden. Die Empfehlung des Arztes sollte nicht zu Alkoholexzessen führen. Denn bereits ein Viertelliter Rotwein beinhaltet durchschnittlich 20 Gramm Alkohol und 140 Kilokalorien. Und zu viel Alkohol begünstigt hingegen die Entstehung von freien Radikalen im Körper, wodurch sich auch das die toxische Wirkung des Alkohols erhöht.

Möchte man auf die Flavonoide aus dem Rotwein verzichten, kann man als Alternative auch nur die roten Weintrauben verzehren. Dies sollte jedoch auch die Schale und die Kerne beinhalten um auch tatsächlich Flavonoide aufzunehmen.

Hesperidin

Hesperidin ist ein Glycosid aus den beiden Flavonen Hesperetin und Disaccharid Rutinose. Daher zählt es zur Gruppe Flavonoide, speziell zu den Bioflavonoiden. Es ist vor allem in Zitrusfrüchten, wie Orangen und Zitronen, und in Olivenblättern enthalten. Die Schalen und membranösen Anteile der Zitrusfrüchte haben dabei die höchste Konzentration an Hesperidin.

Das Glycosid wurde zum ersten Mal 1828 von dem französischen Apotheker Lebreton in dem weißen schwammigen Anteil der Pomeranzen- und Zitronenschalen entdeckt. Es ist geruch- und geschmacklos und reagiert mit anderen Stoffen weder sauer noch basisch. Daneben wird es durch hohe Temperaturen vollständig zersetzt und verliert dadurch seine Wirkung.

Hesperidin hat auf den menschlichen Körper eine Vielzahl an positiven Wirkungen. Zum einen hat es vorteilhafte Effekte auf das Herz-Kreislauf-System: es verbessert die Funktion und Integrität der Kapillaren. Es wirkt gegen venöse Beinbeschwerden wie Krampfadern und führt zu einer Erhöhung des Venentonus und der Lymphdrainage. Zum anderen trägt es auch dazu bei, hohen Blutdruck zu senken. Ebenfalls können die Gesamt-Cholesterin-Werte durch vermehrte Zufuhr von Hesperidin sinken, da Lipoproteine vom Typ HDL, die „guten“ Cholesterine vermehrt auftreten, hingegen die Cholesterinmenge des Typs LDL, dem „schlechten“ Cholesterin, sinkt. Des Weiteren wirkt es auf das Immunsystem ein, kann die Behandlung von Brustkrebs positiv unterstützen und durch die antioxidative Wirkung zum Schutz vor Krebserkrankungen beitragen. Als weiteren positiven Effekt von Hesperidin ist die schützende Wirkung gegen Viren zu benennen. Dies gilt beispielsweise für die Influenza-Viren oder Viren bei der Erkrankung an Herpes simplex Typ 1.

Hesperidin kann in Tablettenform in Apotheken gekauft werden. Dabei empfiehlt sich, sofern nicht anders verordnet, für Erwachsene die zweimalige Einnahme pro Tag zu den Mahlzeiten. Jedoch sollten Menschen, mit einer Überempfindlichkeit gegenüber einen der Inhaltsstoffe auf die zusätzliche Gabe von Hesperidin verzichten. Dies gilt ebenfalls für Frauen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft und für Kinder und Jugendliche, da die Wirkung auf diese Personengruppen noch nicht in Studien untersucht wurde.