Hesperidin

Hesperidin ist ein Glycosid aus den beiden Flavonen Hesperetin und Disaccharid Rutinose. Daher zählt es zur Gruppe Flavonoide, speziell zu den Bioflavonoiden. Es ist vor allem in Zitrusfrüchten, wie Orangen und Zitronen, und in Olivenblättern enthalten. Die Schalen und membranösen Anteile der Zitrusfrüchte haben dabei die höchste Konzentration an Hesperidin.

Das Glycosid wurde zum ersten Mal 1828 von dem französischen Apotheker Lebreton in dem weißen schwammigen Anteil der Pomeranzen- und Zitronenschalen entdeckt. Es ist geruch- und geschmacklos und reagiert mit anderen Stoffen weder sauer noch basisch. Daneben wird es durch hohe Temperaturen vollständig zersetzt und verliert dadurch seine Wirkung.

Hesperidin hat auf den menschlichen Körper eine Vielzahl an positiven Wirkungen. Zum einen hat es vorteilhafte Effekte auf das Herz-Kreislauf-System: es verbessert die Funktion und Integrität der Kapillaren. Es wirkt gegen venöse Beinbeschwerden wie Krampfadern und führt zu einer Erhöhung des Venentonus und der Lymphdrainage. Zum anderen trägt es auch dazu bei, hohen Blutdruck zu senken. Ebenfalls können die Gesamt-Cholesterin-Werte durch vermehrte Zufuhr von Hesperidin sinken, da Lipoproteine vom Typ HDL, die „guten“ Cholesterine vermehrt auftreten, hingegen die Cholesterinmenge des Typs LDL, dem „schlechten“ Cholesterin, sinkt. Des Weiteren wirkt es auf das Immunsystem ein, kann die Behandlung von Brustkrebs positiv unterstützen und durch die antioxidative Wirkung zum Schutz vor Krebserkrankungen beitragen. Als weiteren positiven Effekt von Hesperidin ist die schützende Wirkung gegen Viren zu benennen. Dies gilt beispielsweise für die Influenza-Viren oder Viren bei der Erkrankung an Herpes simplex Typ 1.

Hesperidin kann in Tablettenform in Apotheken gekauft werden. Dabei empfiehlt sich, sofern nicht anders verordnet, für Erwachsene die zweimalige Einnahme pro Tag zu den Mahlzeiten. Jedoch sollten Menschen, mit einer Überempfindlichkeit gegenüber einen der Inhaltsstoffe auf die zusätzliche Gabe von Hesperidin verzichten. Dies gilt ebenfalls für Frauen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft und für Kinder und Jugendliche, da die Wirkung auf diese Personengruppen noch nicht in Studien untersucht wurde.